5.0 Was können wir tun

von: Raffael Salerno

Wir können uns der Wirkung, die andere Menschen auf uns haben, kaum entziehen. Was wir jedoch tun können, ist, die Wirkung zu dämpfen, indem wir unsere innere Einstellung (Konditionierung) zu den Dingen verändern und damit festlegen, wie wir uns weiter verhalten werden.

Dabei geht es nicht darum, unsere Person oder unseren Charakter zu verändern. Das ist nicht nötig und meist auch gar nicht möglich. Sie sind wie Sie sind, in Ordnung und wertvoll für die Menschheit. Gerade ihre Andersartigkeit ist eine Bereicherung für die Natur, für die Menschheit. Durch Ihre einzigartige Andersartigkeit können Sie neue andere Ansichten, Ideen und Wege in das Leben bringen. Oft ist es nur ein Mensch, der große Veränderungen bewirkt. Wir brauchen uns nur die Genies der letzten Jahrhunderte dazu ansehen. Bleiben Sie, wie Sie sind, denn Sie sind gut so, wie Sie sind. Finden Sie ihre Stärken und bringen Sie die in den Gesamtkontext Ihres Umfeldes ein und Sie werden sich immer mehr selbst akzeptieren und erkennen, dass Sie begabt sind und Fähigkeiten besitzen, die Sie wertvoll für Ihr Umfeld machen.

Es wäre ein Fehler zu versuchen, andere oder sich selbst verändern zu wollen, das auch kaum möglich ist. Ein Choleriker z.B. ist ein Choleriker und bleibt das auch, meistens sein Leben lang. Sollten wir von ihm verlangen, dass er aufhört, ein Choleriker zu sein, wäre das, als würden wir von ihm verlangen, aufzuhören zu leben. Er kann es nicht, will es nicht und soll es nicht. Kein Mensch sollte von einem anderen Menschen verlangen, dass er sich seinetwegen ändern muss, nach dem Motto:
„Komm, fühl dich unwohl für mich, damit ich mich wohl fühlen kann, weil du so bist wie ich es gerne hätte, auch wenn du das nicht willst und es nicht gut für dich ist“.

Jeder Mensch hat seine eigenen Gründe, warum er ist, wie er ist. Die werden wir nicht nachvollziehen können, weil wir nicht er sind und nie er sein können. Wir haben nie mit seinen Augen die Welt gesehen. Deswegen ist es ein großer Fehler, mit dem wir unbedingt aufhören sollten, „von sich auf andere zu schließen“. Nur, weil wir dies oder jenes so sehen oder so und so tun, heißt das noch lange nicht, dass dies auch für jemand anderen gelten muss. Wir sollten jeden einfach so sein lassen und respektieren wie er ist, statt ständig zu versuchen, ihn zu ändern. Wir haben genug mit uns zu tun und unseren inneren Vorgängen, als dass wir uns auch noch um die Veränderungsarbeit des anderen kümmern sollten, nur weil uns das bequemer ist! Denn wenn der andere sich zu unseren Bedingungen ändert, dann müssen wir uns ja nicht mehr ändern.

Die Veränderungsarbeit, die uns tatsächlich einen Vorteil bringt, ist, unsere innere Einstellung und Ansichtsweise zu ändern, zu allen den Dingen, die in uns ungute Gefühle auslösen. Unsere innere Biologie, die müssen wir davon überzeugen, dass Kommunikation keine Lebensgefahr ist, dass Kommunikation nicht tödlich ist, dass angstfreie Kommunikation unser Chance ist, uns als Spezies Menschen weiter zu entwickeln. 

Wir haben kaum eine Chance gegen unsere Biologie aber sehr viele Möglichkeiten und innere Erfüllung mit ihr.

Unsere Biologie meint es gut mit uns und will uns helfen, die Gefahren, das Unangenehme zu vermeiden, zu überstehen, wobei wir diese Ereignisse ja selbst irgendwann als ungut deklariert haben. Wenn uns allerdings die Reaktionen und Handlungen unserer Biologie nicht gefallen, dann müssen wir die diesen Handlungen zugrundeliegenden Konditionierungen ändern und nicht an unserer Biologie, unserem inneren Wesen, zweifeln oder daran verzweifeln.

Wollen wir also, dass unsere Biologie auf die Ereignisse in Zukunft anders reagiert, dann müssen wir das auch so unserem inneren Wesen vermitteln, wobei das innere Wesen nicht von uns abgekehrt ist, nicht irgendein unbekannter fremder Teil ist. Es ist ein Teil von uns, und wir sind dieses Wesen auf eine biologische Art und Weise. Also nutzt es nichts, wenn wir uns tausendmal sagen oder denken, was wir gerne verändert hätten. Wir müssen es spüren, denn die Gefühle sind die Sprache unseres inneren Wesens. Wir müssen es wirklich wollen und das auch so empfinden. Erst dann werden wir verstanden. Die Gefühle und die entsprechenden Hormone, die bestimmte Moleküle erzeugen, sind es, die unsere Botschaft an die richtige Stelle, an die Organe und Zellen transportieren, bei denen wir gerne eine Veränderung hätten – damit wir die innere und äußere Körperhaltung einnehmen, die das bewirkt, was wir gerne hätten. Gefühle bestimmen den größten Teil unseres Lebens.

Somit ist der schnellste Weg eine Veränderung zu vollziehen, über unsere Gefühle, die wir auch durch das Einnehmen bestimmter Körperhaltungen erzeugen können.Es ist nun einmal die Sprache, die unser Körper spricht! Wenn Sie in einem fremden Land sind und dort keiner ihre Zeichensprache oder ihre Sprache versteht, dann werden sie nicht weit kommen. Es ist sehr viel vorteilhafter, die Sprache des Körpers zu sprechen und gut zu beherrschen, als wie ein Analphabet durch ein fremdes Land zu ziehen in der Hoffnung, dass ein Wunder geschehen wird.

Mit unserer Biologie können wir vieles erreichen, gegen unsere Biologie werden wir nicht weit kommen. Das bedeutet nicht, dass wir den Dingen machtlos ausgeliefert sind oder Einfluss auf die Ereignisse im Leben haben – diese kommen auf uns ganz von alleine zu -, sondern dass wir entscheiden können, wie wir auf die Ereignisse des Lebens und insbesondere der zwischenmenschlichen Interaktionen in Zukunft reagieren wollen:

Ob wir uns davon herunterziehen lassen, fertig machen lassen, annehmen was kommt oder ob wir uns davon, weil es keine echten Gefahren sind, weniger beeinflussen lassen um den klaren Kopf zu bewahren, den wir, gerade wenn es schwierig wird, benötigen, um eine sinnvolle und passende Lösung zu finden.

Jede Art von Kommunikation hat eine Wirkung auf uns, das können wir nicht ändern, nur, wie wir in Zukunft darauf reagieren: das können wir ändern.


 Weiter zu:
1.0 Einleitung
2.0 Unsere Biologie hat die Kontrolle
3.0 Der biologische Abwehrmodus (BA)
4.0 Wie wirkt Kommunikation
5.0 Was können wir tun
6.0 Streit, unsere Erkenntnis und Lösung dazu


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